Konfirmandenvorstellungsgottesdienst am dritten Advent

Es regnet. Ich stehe früh auf am dritten Adventssonntag, denn ich habe KV-Dienst.

Das heißt, pünktlich in der Kirche sein, die Gottesdienstbesucher begrüßen (und zählen), Gesangbücher austeilen, Kollekte sammeln und diese später zählen, den Konfirmanden nach dem Gottesdienst ihre Anwesenheit bescheinigen – und heute sind es viele, sehr viele. Also: Stift parat halten, das richtige Datumsfeld finden, die manchmal erledigte Vorarbeit besonders würdigen…

Leicht durchgeregnet betrete ich die Kirche. Ein munteres Treiben herrscht dort. Die Konfirmanden teilen die Gesangbücher aus, dazu ein Liedblatt und ein kleines buntes Zettelchen. Aha, es findet also eine Aktion statt! Die in den Bänken liegenden Stifte sind ein weiterer Beweis dafür. Die Konfirmanden besetzen die ersten Reihen. Ich muss keine Kollekte einsammeln, das werden sie auch übernehmen. Ich kann weiter hinten Platz nehmen. Das Mittelschiff ist nun besetzt von Eltern, Großeltern, Geschwistern und Vorkonfirmanden – und natürlich von den „üblichen“ Gottesdienstbesuchern. Ernst Harms kommt. Ah, er hat die Fotokamera dabei. Wenn er die Bilder macht, kann ich ja mal wieder einen Text verfassen für die Homepage. Ich mache mir Notizen, kann ja jetzt Beobachterin sein.

Der Gottesdienst beginnt mit dem Orgelspiel von Katrin Sievers. Sie und Pastorin Julia Kettler haben mit den Konfirmanden der Dienstags- und Donnerstagsgruppen die kommende Stunde vorbereitet.     IMG_0446_019Thema: Glück. Zunächst fragen sich die jungen Leute, warum sie sich immer mit anderen vergleichen, und ändern ihre Ansichten dahingehend, dass sie ja SIE sind und niemand sonst.

IMG_0433_007Die Band (eine Gesangs- und Gitarrengruppe) begleitet die neueren Lieder, z.B. jenes mit dem treffenden Text „Du bist du, das ist der Clou.“ Die herkömmlichen Adventslieder, u.a. „Wir sagen euch an den 1. Advent (den 2., den 3. …)“  singen wir mit Orgelbegleitung. Pastorin Kettler leitet uns durch den Gottesdienst und beschreibt Josefs Glücksbarometer. Auf einer Skala von eins bis zehn wird uns Josefs Glücksempfinden näher gebracht. IMG_0437_011Die Konfirmanden erzählen viele Josefsgeschichten, zeigen sie uns anhand von Standbildern und kommen am Ende zu ihrem Resultat: „Glück ist, wenn man die Familie um sich hat.“

Jetzt kommen die bunten Zettelchen ins Spiel: „Was macht dich glücklich?“ Wir schreiben fleißig, die leserlichsten und verständlichsten Sätze werden vorgetragen und an eine Stellwand gepinnt: „Glück ist für mich meine Familie – ich bin glücklich, wenn meine Familie und Freunde und ich gesund sind – Meine Katze macht mich glücklich – Glück sind für mich gesunde Kinder…“ Lauter Mosaiksteinchen führen zum Glück.

Nach dem Segen und mit dem Lied „Und so geh nun deinen Weg“ verabschieden wir uns voneinander. Unterschriften geben (ah, wir sind zu dritt – gut!), Geld zählen, Orgel üben, fertig. Es regnet immer noch. Aber das macht nichts. Ein schöner, stimmiger Gottesdienst macht mich glücklich.